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<title>Pfarrkirche Weer</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Pfarrkirche Weer</span></h1>
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<p>Die <a href="R%C3%B6misch-katholische_Kirche" title="Römisch-katholische Kirche">römisch-katholische</a> <b>Pfarrkirche Weer</b> steht am östlichen Rand des Dorfes in der Gemeinde <a href="Weer" title="Weer">Weer</a> im <a href="Bezirk_Schwaz" title="Bezirk Schwaz">Bezirk Schwaz</a> im <a href="Bundesland_Tirol" class="mw-redirect" title="Bundesland Tirol">Bundesland Tirol</a>. Die dem Patrozinium des <a href="Gallus_(Heiliger)" title="Gallus (Heiliger)">hl. Gallus</a> unterstellte Pfarrkirche gehört zum <a href="Liste_der_Pfarren_im_Dekanat_Schwaz" title="Liste der Pfarren im Dekanat Schwaz">Dekanat Schwaz</a> in der <a href="Di%C3%B6zese_Innsbruck" title="Diözese Innsbruck">Diözese Innsbruck</a>. Die Kirche steht unter <a href="Denkmalschutz#Österreich" title="Denkmalschutz">Denkmalschutz</a> (<a href="Liste_der_denkmalgesch%C3%BCtzten_Objekte_in_Weer#Q38069470" title="Liste der denkmalgeschützten Objekte in Weer">Listeneintrag</a>).
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Geschichte">Geschichte</h2></div>
<p>Eine Kirche in Weer wird erstmals 1265 erwähnt, als diese zusammen mit den anderen Filialkirchen der <a href="Pfarrkirche_Kolsass" title="Pfarrkirche Kolsass">Mutterpfarre Kolsass</a> dem <a href="Kloster_Fiecht" class="mw-redirect" title="Kloster Fiecht">Kloster Fiecht</a> <a href="Inkorporation_(Kirche)" title="Inkorporation (Kirche)">inkorporiert</a> wurde. Die charakteristische Lage am Ostrand des Dorfes und das Patrozinium des hl. Gallus deuten darauf hin, dass die Kirche in der mittleren Welle der <a href="Iroschottische_Mission" class="mw-redirect" title="Iroschottische Mission">iroschottischen Mission</a> gegründet wurde. Vermutlich handelte es sich um eine <a href="Eigenkirche" title="Eigenkirche">Eigenkirche</a> aus der <a href="Bajuwaren" title="Bajuwaren">bajuwarischen</a> Landnahmezeit um die Mitte des 8. Jahrhunderts. Bei Grabungen durch Wilhelm Sydow im Jahr 1991 wurden Fundamente einer rund 7,5 m langen und 3,5 m breiten <a href="Saalkirche" title="Saalkirche">Saalkirche</a> mit nicht eingezogener Apsis vermutlich aus dem 8. Jahrhundert freigelegt. Das Fundament der Westwand stammt von einem zweiten, <a href="Fr%C3%BChromanik" class="mw-redirect" title="Frühromanik">frühromanischen</a> Bau. Dieser wurde vermutlich im 12. Jahrhundert durch einen romanischen Neubau ersetzt, der wiederum im letzten Drittel des 15. Jahrhunderts einem gotischen Neubau weichen musste. 1553 brannte die Kirche, der Schaden scheint jedoch nicht groß gewesen zu sein.
</p><p>Am 16. Juli 1777 legte Abt Pirmin Seidl von Fiecht den Grundstein für einen barocken Neubau, in dem schon ein Jahr später Gottesdienst gefeiert werden konnte. Am 5. Juli 1781 weihte der <a href="Di%C3%B6zese_Brixen" class="mw-redirect" title="Diözese Brixen">Brixner</a> Fürstbischof <a href="Joseph_von_Spaur" title="Joseph von Spaur">Joseph von Spaur</a> die Kirche und ihre drei Altäre. Der Neubau erfolgte unter Erhaltung des gotischen Chores und des gotischen Turmes. Baumeister war vermutlich Gabriel Singer aus <a href="Schwaz" title="Schwaz">Schwaz</a>. 1991 wurde die Kirche renoviert.
</p><p>Seit 1491 besteht in Weer eine <a href="Kaplan" title="Kaplan">Kaplanstiftung</a>, aber erst ab 1946 wohnte ein ständiger Priester im Ort. 1956 wurde Weer zur eigenständigen Pfarre erhoben.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Architektur">Architektur</h2></div>
<p>Die Kirche ist von einem Friedhof umgeben.
</p><p>Das schmucklose Kirchenäußere zeigt ein <a href="Langhaus_(Kirche)" title="Langhaus (Kirche)">Langhaus</a> ohne Gliederung mit Fenstern mit geschweiften Oberlichten, die zwei rotmarmornen rundbogigen Portale sind mit 1778 bezeichnet. Der eingezogene gotische Chor schließt mit einem <a href="F%C3%BCnfachtelschluss" title="Fünfachtelschluss">Fünfachtelschluss</a>. Der gotische Turm mit Schallfenstern trägt einen Spitzhelm, das Portal hat eine eiserne Tür um 1500.
</p><p>An der Westwand des Turms steht ein lebensgroßes Kruzifix aus Marmor, das von <a href="Josef_Miller_(Bildhauer)" title="Josef Miller (Bildhauer)">Josef Miller</a> im dritten Viertel des 19. Jahrhunderts geschaffen wurde.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Das Kircheninnere zeigt ein dreijochiges Langhaus als bemerkenswerten <a href="Rokoko" title="Rokoko">Rokoko</a>-Raum, eine <a href="Tonnengew%C3%B6lbe" title="Tonnengewölbe">Holztonne</a> mit <a href="Rocaille" title="Rocaille">Rocaille</a>-Stuck ruht auf Rocaille-Kapitellen sowie Schmuck am Chorbogen mit einer Kartusche mit einer Inschrift zum hl. Gallus.
</p><p>Die Fresken in gemalten Flachkuppeln malte <a href="Franz_Anton_Zeiller" title="Franz Anton Zeiller">Franz Anton Zeiller</a> 1779, im Chor die Verherrlichung Mariens durch die <a href="Vierzehn_Nothelfer" title="Vierzehn Nothelfer">Vierzehn Nothelfer</a>, im Langhaus der Bau des <a href="F%C3%BCrstabtei_St._Gallen" title="Fürstabtei St. Gallen">Klosters St. Gallen</a> und die Heilung eines Besessenen durch den hl. Gallus. Die Gewölbezwickel sind mit <a href="Grisaille" title="Grisaille">Grisaillemalereien</a> gestaltet. Sie zeigen im Chor die Allegorien von <a href="Theologische_Tugenden" title="Theologische Tugenden">Glaube, Liebe und Hoffnung</a> und die Darbringung der von Liebe entflammten Herzen, im Langhaus die vier <a href="Kardinaltugenden" class="mw-redirect" title="Kardinaltugenden">Kardinaltugenden</a> und die hll. <a href="Radegundis" class="mw-redirect" title="Radegundis">Radegundis</a>, <a href="Notburga_von_Rattenberg" title="Notburga von Rattenberg">Notburga</a>, <a href="Isidor_von_Madrid" title="Isidor von Madrid">Isidor</a> und <a href="Wendelin" title="Wendelin">Wendelin</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Ausstattung">Ausstattung</h2></div>
<p>Der sechssäulige barocke Hochaltar von <a href="Josef_Anton_Renn" title="Josef Anton Renn">Josef Anton Renn</a> zeigt den Einfluss des von <a href="Johann_Schnegg" title="Johann Schnegg">Johann Schnegg</a> geschaffenen Hochaltars der <a href="Pfarrkirche_G%C3%B6tzens" title="Pfarrkirche Götzens">Pfarrkirche Götzens</a>. Das Altarbild zeigt den hl. Gallus vor der Madonna mit dem Kind kniend, es wurde 1779 von Franz Anton Zeiller gemalt. Die in Polierweiß gefassten Statuen stellen, von innen nach außen, die hll. <a href="Ingenuin" class="mw-redirect" title="Ingenuin">Ingenuin</a> und <a href="Albuin" title="Albuin">Albuin</a>, <a href="Florian_von_Lorch" title="Florian von Lorch">Florian</a> und <a href="Veit_(Heiliger)" title="Veit (Heiliger)">Vitus</a> sowie <a href="Sebastian_(Heiliger)" title="Sebastian (Heiliger)">Sebastian</a> und <a href="Heinrich_II._(HRR)" title="Heinrich II. (HRR)">Heinrich II.</a> dar. Im <a href="Altarauszug" title="Altarauszug">Auszug</a> schwebt Gott Vater im Strahlenkranz über Wolken, umgeben von Engeln und Putten. Der Tabernakel zeigt sich im Rokoko-Stil.
</p><p>Die Seitenaltäre wurden von Josef Anton Renn mit Unterstützung seines Schülers <a href="Johann_Giner_der_%C3%84ltere" title="Johann Giner der Ältere">Johann Giner d. Ä.</a> geschaffen. Das Altarblatt des rechten Seitenaltars zeigt die hll. <a href="Ulrich_von_Augsburg" title="Ulrich von Augsburg">Ulrich</a> und Heinrich II., es stammt vermutlich aus der Werkstatt <a href="Anton_Kirchebner_(Maler)" title="Anton Kirchebner (Maler)">Anton Kirchebners</a>. Es wird von Statuen der hll. <a href="Barbara_von_Nikomedien" title="Barbara von Nikomedien">Barbara</a> und <a href="Katharina_von_Alexandria" class="mw-redirect" title="Katharina von Alexandria">Katharina</a> flankiert. Das Altarbild des linken Seitenaltars mit Darstellung der hll. <a href="Andreas_(Apostel)" title="Andreas (Apostel)">Andreas</a>, <a href="Alexius_von_Edessa" title="Alexius von Edessa">Alexius</a> und Sebastian stammt von einem unbekannten Künstler. Die flankierenden Statuen zeigen die hll. <a href="Simon_Petrus" title="Simon Petrus">Petrus</a> und <a href="Paulus_von_Tarsus" title="Paulus von Tarsus">Paulus</a>.
</p><p>Die <a href="Rokoko" title="Rokoko">Rokoko</a>-<a href="Kanzel" title="Kanzel">Kanzel</a> ist vermutlich ein Werk von <a href="Joseph_Stapf_(Bildhauer)" title="Joseph Stapf (Bildhauer)">Josef Stapf</a>. Der schwungvoll profilierte, stark eingezogene Korb ist mit feingliedrigem Laub- und Schnörkelwerk geschmückt und trägt drei Putten als Allegorien von Glaube, Hoffnung und Liebe. Auf dem <a href="Schalldeckel" title="Schalldeckel">Schalldeckel</a> sitzen die vergoldeten Figuren von Petrus und Paulus, neben sich die geschnitzten Symbole der <a href="Vier_Evangelisten" class="mw-redirect" title="Vier Evangelisten">vier Evangelisten</a>. Im Zentrum befindet sich das <a href="Lamm_Gottes" class="mw-redirect" title="Lamm Gottes">Lamm Gottes</a> auf dem <a href="Buch_mit_sieben_Siegeln" class="mw-redirect" title="Buch mit sieben Siegeln">Buch mit sieben Siegeln</a> über den <a href="Gesetzestafeln" class="mw-redirect" title="Gesetzestafeln">Gesetzestafeln</a>, darüber eine Krone und ein von der Taube des Heiligen Geistes ausgehender Gnadenstrahl, bekrönt vom <a href="Auge_der_Vorsehung" title="Auge der Vorsehung">Auge Gottes</a>.
</p><p>Den Kreuzweg im Stil des Früh<a href="Klassizismus" title="Klassizismus">klassizismus</a> schuf <a href="Josef_Schmutzer_der_J%C3%BCngere" title="Josef Schmutzer der Jüngere">Josef Schmutzer</a> 1780.
</p><p>Das Rokoko-<a href="Orgelprospekt" class="mw-redirect" title="Orgelprospekt">Orgelprospekt</a> auf der geschwungenen Empore stammt vermutlich von Josef Stapf. Bei der Erweiterung des Gehäuses 1920 wurde ein Werk von <a href="Karl_Reinisch_(Orgelbauer)" class="mw-redirect" title="Karl Reinisch (Orgelbauer)">Karl Reinisch</a> eingebaut.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li><i>Weer, Pfarrkirche hl. Gallus, am östlichen Rand des Dorfes.</i> In: <i>Die Kunstdenkmäler Österreichs. <a href="Dehio_Tirol_1980" title="Dehio Tirol 1980">Dehio Tirol 1980</a>.</i> S. 873.</li>
<li>Pfarramt Weer: <i>Weer, Tirol.</i> Christliche Kunststätten Österreichs, Nr. 118, Verlag St. Peter, Salzburg 1978</li>
<li>Hans Rudolf Sennhauser (Hrsg.): <i>Frühe Kirchen im östlichen Alpengebiet. Von der Spätantike bis in ottonische Zeit. Band 1.</i> Verlag der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, München 2003, ISBN 3-7696-0118-1, S. 266–267 (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.zobodat.at/pdf/Abhandlungen-Akademie-Bayern-ph-ph-hist_NF_123-1_0001-0407.pdf">zobodat.at</a> [PDF; 51,9 MB])</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Saint_Gall_Church_(Weer,_Tyrol)?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Saint Gall Church (Weer, Tyrol)</a></span></b> – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text"><span class="cite">Graf, Wiesauer: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://gis.tirol.gv.at/kunstkatasterpdf/pdf/14434.pdf"><i>Wegkreuz.</i></a> In: <i><a href="Tiroler_Kunstkataster" title="Tiroler Kunstkataster">Tiroler Kunstkataster</a>.</i><span class="Abrufdatum"> Abgerufen am 3. Mai 2023</span>.</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3APfarrkirche+Weer&rft.title=Wegkreuz&rft.description=Wegkreuz&rft.identifier=https%3A%2F%2Fgis.tirol.gv.at%2Fkunstkatasterpdf%2Fpdf%2F14434.pdf&rft.creator=Graf%2C+Wiesauer"> </span></span>
</li>
</ol>
<p><span class="geo noexcerpt" style="display:none"><span class="body"></span><span class="latitude">47.306052</span><span class="longitude">11.645202</span><span class="elevation"></span></span><span id="coordinates" class="coordinates -print"><span title="Koordinatensystem WGS84">Koordinaten: </span><a class="external text" href="geo:47.306052,11.645202"><span title="Breitengrad">47° 18′ 21,8″ <abbr title="Nord">N</abbr></span>, <span title="Längengrad">11° 38′ 42,7″ <abbr title="Ost">O</abbr></span></a></span>
</p></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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